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Die Aufgabe umfasst den Neubau eines Museums am Römerpark Ruffenhofen, der das Areal eines römischen Kastells und einer römischen Siedlung umfasst und seit 2005 gemeinsam mit dem zwei km entfernten Limes zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Situation

Das Grundstück für das neue Limeseum liegt am südöstlichen Rand des Römerparks Ruffenhofen in exponierter Lage in der sanft hügeligen Landschaft unterhalb des Hesselbergs. Es stellt ein nach Norden geneigtes, im Grundriss dreieckiges Gelände dar und ist auch von weitem gut einsehbar.

Konzept

Für den Betrachter zeigt sich das neue Ausstellungsgebäude als eine expressive Skulptur als Setzung in der freien Landschaft. Durch seine Platzierung am oberen Rand des Grundstücks ist es bereits aus der Ferne gut wahrnehmbar. Der längliche und mehrfach geknickte Körper schiebt sich ein Stück in den Hang und schafft eine Balance zwischen erdverbundener Schwere und schwebender Leichtigkeit. Die markante Form des Hauses entwickelt sich aus bewusst gewählten Blicken und Bezügen in die umgebende Landschaft und den Römerpark. Das Herzstück des Gebäudes bildet der Ausstellungsbereich, gekennzeichnet durch den Wechsel von introvertierten und extrovertierten Bereichen. Drei unterschiedlichen Aus- und Einblicke werden im Austtellungsbereich inszeniert und generiern die markante Form des Baukörpers: der Einblick in die Großvitrine des Ausstellungsteils 1, der Ausblick zum Kastell und der Panoramablick zum ehemaligen Limesverlauf.

Materialität und Fassade

Die Aussenhülle des Hauses besteht aus flächigen, in Teilbereichen perforierten wetterfesten Baustahlplatten (Cortenstahl). Sie verleihen dem Gebäude eine angemessene Kraft. Die rostige Oberfläche mit ihrer sich im Laufe der Zeit verändernden Patina wirkt gleichzeitig robust als auch natürlich und lebendig. Das Material spannt somit eine Brücke von der umgebenden Natur, den archäologischen Relikten im Boden hin zur Setzung eines zeitgemäßen und markanten Museumsbaus im freien Landschaftsraum. Das Dach des Gebäudes erhält eine extensive Begrünung. Die innenräumliche Materialität ist reduziert, um die Ausstellung und Blickbeziehungen in den Vordergrund zu rücken und die Konzentration auf diese nicht zu stören. Wände und Decken werden in Sichtbeton vorgeschlagen. Für den Fußboden wird ein geschliffener Estrich gewählt. Hochwertige Einbauten aus Holz für Shop- und Kassentheke, Regale und Schließfächer erzeugen warme Akzente zu den ansonsten zurückhaltenden Raumoberflächen.

Freiraum und Parkierung

Die vorgefundene Weite und die landschaftliche Großzügigkeit des Römerparks erzeugen einen zusammenhängenden und qualitätvollen Landschaftsraum. Diese Wirkung wird durch den Verzicht auf Eingriffe in die Topographie und den Freiraum bewahrt. Lediglich der Bereich der Besucherparkplätze wird locker mit Schwarzen Maulbeerbäumen (Morus Nigra) überstellt. Es entsteht eine behutsame Gehölzkulisse, in deren Folge die parkenden Fahrzeuge in den Hintergrund treten. Der Parkplatzfläche wird als Schotterrasenfläche geplant. Die Flächen im Eingangsbereich des Gebäudes werden mit Betonplatten in lockerer Auflösung belegt.


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