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Die östlich von München gelegene Gemeinde Poing wird durch eine S-Bahnlinie in Alt-Poing mit dem alten Dorfkern im Süden und das erst in den letzten drei Jahrzehnten entstandene Neu-Poing im Norden geteilt. Das Wettbewerbsgebiet für die Neue Ortsmitte liegt auf der nördlichen Seite und soll das zentrale Bindeglied zwischen Alt- und Neu-Poing werden. Eine flächige Unterquerung der S-Bahn verbindet hier künftig beide unterschiedliche Ortshälften.

Die Umgebung der Neuen Mitte ist geprägt durch großmaßstäbliche Wohn- und Gewerbebauten. Südlich der S-Bahn dominieren kleinteilige Hausgruppen aus Giebel- und Traufenhäusern. Der Entwurf führt bildprägende Merkmale der beiden unterschiedlichen Ortshälften zusammen, und schafft eine eigene Identität für das neue Ortszentrum.

Die drei Funktionen Rathaus, Bürgerhaus und Familienzentrum werden auf drei einzelne Häuser verteilt. Die Baukörper übernehmen mit ihren modifizierten Walm- bzw. Satteldächern und ihrer Anordnung als Einzelhäuser die Sprache der Bebauung des alten Ortsteils und setzen sich so von der großmaßstäblichen, anonymen Umgebungsbebauung ab. Um identitätsstiftende Orte für die Gemeinschaft zu formulieren, wird das im alten Ortsteil noch geltende Prinzip kleinmaßstäblicher privater Wohnbebauung und großmaßstäblichen öffentlichen Bauten für die Ortsmitte in Neu-Poing umgekehrt.

Die Verwendung eines einzigen Oberflächenmaterials, nämlich rostbraun durchgefärbter Beton, für Fassaden-, Dachflächen und den Platzbelag führt zu einer zusammenhängenden Wirkung der Körper und zu deren Verankerung in der Fläche des Platzes.

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