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Aufgabe

Die Aufgabe umfasst ein Pflegezentrum für das Oberengadin, das den Bedürfnissen und Anforderungen eines neuzeitlichen Pflegeheims gerecht wird. Die Trennung zwischen Altersheim und Pflegeheim wird aufgehoben. Den Betagten wird ermöglicht, auch bei zunehmender Pflegebedürftigkeit in ihrem Zimmer zu bleiben. Das neue Raumkonzept wird zukünftig eine Durchmischung von gesunden und pflegebedürftigen Betagten ermöglichen. Das Pflegezentrum bietet Platz für 144 Betten, die in 6 Stationen mit je zwei Pflegegruppen organisiert sind.

Lage

Das Areal liegt oberhalb des Spitals von Samedan und zeichnet sich durch die steile Hanglage aus. Das großen Bauvolumens wird an der exponierten Schnittstelle zwischen Ort und Landschaft mittels einer differenzierten Kubatur, die zwischen den grossmasstäblichen Spitalsgebäuden im Süden und der kleinteiligen Wohnbebauung im Westen vermittelt, eingefügt. Durch die Lage, Ausrichtung und Organisation des Gebäudes sollen im Inneren alle Zimmer über optimale Besonnung und Ausblick verfügen und qualitätvolle, attraktive Erschliessungsbereiche geschaffen werden.

Kubatur

Das Programm wird auf zwei im Grundriss schmetterlingsförmige Baukörper aufgeteilt, die nebeneinander und parallel zum Hang angeordnet werden. Die Baukörper werden am Hang so hoch platziert, dass in allen Geschossen ein guter Ausblick über die Gebäude des Spitals hinweg ins Tal gegeben ist. Durch die Auffächerung des Gebäudevolumens werden maximale Fassadenflächen mit Ausrichtung nach Süden und zum Tal hin erzeugt. Es entsteht eine sich in der Höhe variierende und in der Tiefe durch Vor- und Rücksprünge stark differenzierende Ansicht.

Erschliessung und Organisation

Über den Zugangsweg kommend erreicht man ein ein kleines Plateau zwischen den Gebäuden. Hier liegen die Eingänge zu den beiden Häusern. Im Zugangsgeschoss sind zum Tal hin die zentralen gemeinschaftlichen Funktionen angeordnet, die sich in insgesamt vier Bereiche unterteilen. Im östlichen Haus befindet sich zunächst der Eingangsbereich mit Infotheke und Verwaltung sowie anschliessend der Personalbereich mit Personalcafeteria und Ruheräumen.

Im westlichen Gebäude liegt der gemeinschaftliche Aufenthaltsbereich mit Cafeteria und Mehrzweckräumen sowie der Therapie- und Dienstbereich. Den Abschluss bildet ganz im Südwesten die sich nach aussen skulptural abzeichnende Kapelle. Die Funktionsbereiche springen in der Fassade zurück, so dass sich überdachte Freibereiche in Ergänzung zu den Nutzungen innen ergeben, die beispielsweise als Aussensitzbereich der Cafeteria dienen.

Die vier Nutzungsbereiche und die beiden Häuser werden durch das sich bergseits entlang des Zugangsgeschosses erstreckenden Erschliessungsband miteinander verbunden. Durch Verengungen und Aufweitungen ermöglicht es einen räumlich abwechslungsreichen Gang durchs Gebäude. Es gliedert sich zudem durch den Wechsel von Ausblicken ins Tal sowie den vier die Gebäude durchdringenden Lufträume. Diese belichten den Erschliessungsbereich von oben und bilden die Zugänge zu den darüber angeordneten Wohngruppen.

Organisation Wohngruppe

Eine Wohngruppe organisiert sich jeweils dreiseitig um einen Luftraum. Die Form folgt dem Ziel, allen Zimmer hin optimalen Ausblick und Belichtung zu geben. So liegen an den beiden zum Tal hin orientierten Seiten die Zimmer sowie der Gruppenwohnraum. Auf der Seite zum Berg liegen hingegen ausschliesslich die dienenden Räume. Der zentrale Luftraum ermöglicht eine einfache Orientierung und bildet für die Wohngruppe einen lichtdurchfluteten Mittelpunkt. Der umlaufende Erschliessungsflur ist als Rundlauf ausgebildet und dient als Raum für Begegnung, Austausch und Kommunkation. Dies wird durch die sich an den Eckpunkten ergebenden Nischen mit Aussenbezug unterstützt.

Organisation Stationen

Im 1. und 2. OG der Gebäude sind jeweils zwei Wohngruppen direkt nebeneinander platziert und zu einer Station miteinander verbunden. So ergeben sich 2 Wohngeschosse mit 4 Stationen. Um die Höhenentwicklung der Gesamtanlage zu differenzieren, werden die beiden übrigen Stationen mit je einer Wohngruppe im 3. und 4. OG geschoss-übergreifend organisiert. In der Silhouette ergeben sich so Tiefpunkte mit zwei Wohngeschossen und Hochpunkte mit vier Wohngeschossen. Ausserdem können so die Dachflächen über dem 2. OG als grosszügige und ebene Flächen mit direkter Anbindung an die Wohngruppen von deren Bewohnern als Dachgärten genutzt werden.

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