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Adorno-Gymnasium
Frankfurt

Aufgabe des Wettbewerbs war die Planung eines 6-zügigen Gymnasiums für ca. 1.500 Schüler, einer vierzügigen Grundschule für 420 Schüler sowie eines Sportkomplexes mit mehreren Sporthallen. Dabei sollte das Ergebnis laut Auslobung die „Grundlage für die Umsetzung eines Gymnasiums der Zukunft“ bilden.

Das Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zum Westend-Campus der Goethe-Universität. Die Herausforderung bestand darin, die große Baumasse inklusive aller Freiflächen auf dem relativ kleinen, langgestreckten Grundstück unterzubringen, welches von drei Seiten direkt von großen und verkehrsreichen Straßen umspült wird.

Im Entwurf werden alle Funktionen in einem differenzierten Baukörper zusammengefasst, der das Grundstück und die baurechtlich nutzbare Fläche komplett ausfüllt. Es entsteht ein Hybrid aus Freiraum und Gebäude als dreidimensionale Lernlandschaft, in der die unterschiedlichen Bereiche und Nutzungen auf vielfältigste Weise miteinander verwoben sind.

Der Sportkomplex bildet gemeinsam mit den öffentlich und gemeinschaftlich genutzten Funktionen der Schulen – Foyer, Aula und Mensa – und der darunter liegenden Großgarage einen gemeinsamen Sockel. Auf diesem bauen die beiden Schulen auf. Das Gymnasium wird im Westen angeordnet und die Grundschule im Osten. Beide Schulen zeichnen sich in der Gebäudekubatur deutlich ab und formulieren gegenüberliegende, städtebaulich markante Hochpunkte an den beiden Enden (Stirnseiten) des Baukörpers – dazwischen treppt sich das Volumen stufenweise ab, so dass eine vielfältige Terrassenlandschaft entsteht, die Raum gibt für Pausenhöfe und Sportflächen. Alle Obergeschosse der Schule haben direkte, niveaugleiche Zugänge zu diesem Freiraum. Im Inneren verbindet eine zentrale, längs verlaufende Erschließungszone als Kommunikations- und Begegnungsraum die Terrassen mit den beiderseits angeordneten allgemeinen Unterrichtsbereichen, die durch senkrecht eingeschnittenen Höfe gegliedert, belichtet und belüftet werden.

Trotz ihrer großen Dimension und Höhe entsteht eine Schule der kurzen Wege, da sich die Schüler innerhalb ihres Tagesablaufs meist nur auf den oberen Geschossen und deren Freiflächen bewegen – nur zum Mittagessen und für den Sportunterricht werden die unteren Ebenen im Sockel aufgesucht.

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Freiraumbezug

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Fluchtwege

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Lernstraßen

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Durch die überdachten Freibereiche vor den Eingängen und einen öffentlichen Durchgang als Wegeverbindung von Nord nach Süd wird die Schule mit dem öffentlichen Raum vernetzt. Großzügige Treppen mit Tribünencharakter leiten von hier auf die Terrassenlandschaft, kaskadenartige Treppenanlagen führen weiter nach oben und verbinden die Ebenen untereinander. Auf dem Gebäude entsteht ein spannungsvolles Raumkontinuum als Begegnungsraum ganz besonderer Qualität, der vor allem als Pausenhof dient und dem darüber hinaus weitere individuelle Nutzungen – aus dem Gebäudeinneren abgeleitet – eingeschrieben sind. 

Über das spannungsvoll geschichtete Bauwerk ergibt sich ein zusammengehörig lesbarer Freiraum auf dem Dach. Das große Rasenspielfeld als zentrales Element verbindet die Terrassenlandschaften von Grundschule und Gymnasium. Spezielle Nutzungen wie Schulgarten und grünes Klassenzimmer gliedern sich wie selbstverständlich in das Gesamtsystem ein. An den jeweiligen Hochpunkten von Grundschule und Gymnasium sind weitere Sportflächen angeordnet und bieten an prominenter Stelle ein einzigartiges Erleben von Aktivität über den Dächern der Stadt. Die 100m-Laufbahn als Brückenkonstruktion schirmt den Freiraum nach Norden zur stark befahrenen Straße ab und betont gleichzeitig durch die Öffnung der Terrassen nach Süden die sonnige Orientierung der gesamten Pausenbereiche. Schallschutzverglasungen schützen die Freiflächen vor dem Verkehrslärm.

Durch schattenspendende Baumpflanzungen, Wiesen- und Staudenflächen sowie Berankungen der umlaufenden Geländer und Umzäunungen erhält die Schule die Atmosphäre einer grünen Oase. Es entstehen sowohl Orte der Ruhe und des Verweilens als auch Orte der Bewegung und der Begegnung, die einen reichhaltigen Lebens- und Erlebnisraum bilden als Angebot für die Schulgemeinschaft und darüber hinaus.

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Projekt
Neubau eines 6-zügigen Gymnasiums,
einer 6-zügigen Grundschule und
eines Sportkomplexes in Frankfurt am Main

Wettbewerb 3. Preis
2018
 

Auslober
Stadt Frankfurt am Main,
Der Magistrat – Dezernate V und XI,
Projektteam „Schulbau beschleunigen“

Bruttorauminhalt 133.542 m³
Bruttogrundfläche 27.838 m²
Nutzfläche 19.070 m²

Projektteam
Heike Unger, Ana Fischer, Mario Torres,
Lauriane Marty, Mascha Zach, Laura Engel

Landschaftsarchitektur
Burger Landschaftsarchitekten,
Susanne Burger und Peter Kühn Partnerschaft, München

Visualisierung
3dway, Fürth